Joachim Janning´s "Wunderpfeil" stürtzt beinahe ganze DM ins Chaos!

04.08.2019
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Am Freitagmorgen startete TB-Bogenschütze Joachim Janning bei der Deutschen Meisterschaft im Freien in Berlin. Seine fünfte Teilnahme, seit er vor acht Jahren mit diesem wunderbaren Sport begann, sollte eine besonders denkwürdige werden. Grund dafür waren zwei "Wunderpfeile".

Mit der Qualifikation hatte Janning bereits das erhoffte Saisonziel erreicht. Nach drei Wochen ohne Training und direkt aus dem Urlaub kommend, war klar, dass maximal ein Platz im Mittelfeld der 89 Eingeladenen in der Masterklasse drin sein würde. Selbst mit Rang 70 wäre er bereits zufrieden gewesen.

Mit seinem olympischen Recurve-Bogen schoss er jedoch gleich den allerersten Wertungspfeil nicht nur in den 4 cm kleinen "X" genannten inneren 10er Ring, sondern stanzte damit das nur wenige Milimeter große zentrale Kreuzchen komplett aus. Ein absolut perfekter und extrem seltener Treffer in 60 Meter Entfernung. Damit führte Janning quasi nach dem ersten Pfeil die DM an.

Klar, dass das Niveau nicht zu halten war und so fand sich der TBler erwartungsgemäß bald auf Rang 44 wieder. In der sechsten und letzten Passe à sechs Pfeilen im ersten Durchgang passierte es dann: nach einer weiteren 10 passte der Bewegungsablauf beim zweiten Pfeil nicht, er wollte den Bogen absetzen, hatte die Finger jedoch schon zu sehr entspannt und so löste er unabsichtlich den Pfeil und dieser flog an der 122 cm großen Zielscheibe vorbei. Das war ihm zuletzt vor drei Jahren im Training passiert. Verunsichert folgten drei schlechte Sechser und eine Acht.

Damit war die anvisierte Platzierung weg und er war zur Halbzeit mit nur 278 Ringen 77. Der größte Schock folgte aber  an der Zielscheibe: der Pfeil war nicht einfach nur daneben, sondern steckte im Hauptkabel für das elektronische Wertungssystem! Eine Kampfrichterin wurde informiert, die gleich per Funkgerät "ein Riesenproblem zwischen Scheibe 39 und 40" durchgab. Ein dutzend Helfer liefen eilig herbei, waren jedoch zunächst ratlos, ob der Pfeil unter Strom stand, das Wertungssystem noch funktioniert oder überhaupt reparabel wäre. Es drohte eine längere Unterbrechung oder gar ein Abbruch der Meisterschaft. Der Fotograf des Bogensportmagazins machte für den Fall bereits Bilder von Janning´s Pfeil, wie auch ein älterer Kampfrichter, der "soetwas in über 50 Jahren noch nicht gesehen hätte".

Die aufkommende Hektik war nur zu verständlich, schossen doch gleichzeitig 360 Schützinnen und Schützen samt den Weltklasse-Athleten der Deutschen Nationalmannschaft, die zum Teil nachmittags noch Ausscheidungsrunden zu bestreiten hatten. Entsprechend eng getacktet war der Zeitplan und die höchsten Verbandsfunktionäre und der Bundestrainer waren anwesend, wie auch Fernsehsender.

In der zum Glück folgenden Pause dann die große Erleichterung für alle Beteiligten: wie durch ein Wunder wurde keine der Phasen im Kabel beschädigt, sondern sie wurden vom Pfeil lediglich sauber auseinander geschoben, obwohl diieser kaum dünner war als das Kabel selbst. Etwas Isolierband und der zweite Durchgang konnte pünklich beginnen. Lediglich die Ergebnisse wurden erst mit 20 Minuten Verzögerung wieder auf den Bildschirmen angezeigt, was sich die meisten Teilnehmer überhaupt nicht erklären konnten...

Im zweiten Abschnitt fand Joachim Janning dann übrigens sein gewohntes Leistungsniveau wieder, lag mit sehr guten 302 Ringen unter den besten 25, konnte sich so um immerhin 20 Ränge auf den erhofften Platz im Mittelfeld der Gesamtwertung (57.) verbessern, aber das war ihm nach dem Ereignis eh völlig egal. Durch ein Unwetter am Nachmittag kam dann doch noch das Chaos und die Ausscheidungsrunden anderer Klassen wurden abgebrochen, aber damit hatte der Neuenkirchener nun wirklich nichts zu tun.

Quelle: Bericht: Joachim Janning, Fotos: Leandra und Joachim Janning

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